In Berlin fand Deutschlands erstes Roma-Filmfestival AKE DIKHEA? statt

Vom 19. bis zum 22. Oktober 2017 fand in Berlin Deutschlands erstes Roma-Filmfestival AKE DIKHEA? statt.

Das Festival wurde mit der Vorführung des Films DJANGO am 19. Oktober 2017 im Haus der EKD eröffnet, die gemeinsam mit der Evangelischen Akademie zu Berlin sowie dem Landesrat der Roma und Sinti, RomnoKher Berlin-Brandenburg e.V. veranstaltet wurde.

 

Es brachte zahlreiche prominente Roma- und Nicht-Roma-Filmemacher*innen in die Stadt, die nach den meisten der zehn Festival-Projektionen Gespräche mit dem Publikum führten. Gerade Diskussionen und neue Impulse für den Diskurs bezüglich der Repräsentation von Roma und Sinti im Film bildeten einen wichtigen Bestandteil des Festivals. An der Podiumsdiskussion am 21. Oktober nahmen Andrea Poćsik, Dozentin an der Pázmány Péter Catholic University in Budapest, Galya Stoyanova, Dokumentarfilmemacherin, Anwältin und Mitglied der International Romani Film Commission, und Patricia Pientka, Historikerin. Die Moderation übernahm Gaby Babić, ehemalige Direktorin des Filmfestivals goEast.

 

Neben der Filmvorführungen fanden am 20. Oktober in Zusammenarbeit mit der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa und der Journey2Creation zwei Schulvorführungen des Films NEBEL IM AUGUST mit anschließender Diskussion mit dem Festivalleiter Hamze Bytyci statt. Am 21. Oktober fand darüber hinaus der Workshop „Einfache Geschichten vermeiden“ für Filmschaffende und Filmstudierende unter der Leitung von Andrea Poćsik, in dem theoretisches sowie praktisches Wissen darüber vermittelt wurde, wie man stereotypische Darstellung von Roma im Film vermeiden kann.

 

Das Festival wurde am 22. Oktober mit einem feierlichen Gala-Abend abgeschlossen, an dem zwei Preise überreicht wurden: Die Festival-Jury zeichnete den Film TSCHECHEN GEGEN TSCHECHEN von Tomáš Kratochvíl als den besten Festilvalfilm aus. Die ungarische Regisseurin und Mitglied der Jury Esztér Hajdú stellte in ihrer Filmbewertung fest: Der Film setzt sich mit Problemen wie Rechtsextremismus, Neonazis, Hate Crimes, strukturellem Rassismus, Segregation, Isolation, Roma-Emanzipation und Identität in der tschechischen Gesellschaft auseinander und damit gelingt es ihm, das Verborgene unserer Realität offenzulegen. Den Preis übernahm stellvertretend Jozef Miker, einer der Filmprotagonisten.

Den Publikumspreis gewann der Film GYPSY SPIRIT des österreichischen Regisseurs Klaus Hundsbichler, der Regisseur konnte den Preis selbst entgegennehmen.

Beide Preisträger erhielten eines der fünf Kunstwerke, dessen limitierte Edition die Künstlerin Delaine Le Bas speziell für das Filmfestival angefertigte, sowie jeweils drei Zeichnungen des Künstlers Damian Le Bas. Wir gratulieren herzlich!